29.11.1958
Das Jagdbombergeschwader wird mit dem Flugzeugtyp F-84 F "Thunderstreak" in Faßberg aufgestellt.

11.04.1959
Das Geschwader wird nach Memmingerberg verlegt

05.05.1959
Feierliche Indienststellung des JaboG 34 unter Führung des ersten Kommodores Carl-Heinz Greve durch den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß.

1962
NATO-Unterstellung des Geschwaders und erste taktische Überprüfung in der neuen Einsatzrolle

1964
Unterstellung zur 1. LwDivBeginn der Umrüstung auf das Waffensystem F-104 G "Starfighter"

01.10.1964
Neuer Kommodore Oberst Günther Rall

01.04.1966
Neuer Kommodore Oberstleutnant Hans-Ulrich Flade

01.04.1969
Neuer Kommodore Oberstleutnant Georg Kunz

05.05.1969
Feier des 10. Jahrestags der Indienststellung des Geschwaders

15.07.1970
Neuer Kommodore Oberstleutnant Jörg Kuebart

1972
Verleihung des Flugsicherheitspreises 1971 für unfallfreies Fliegen

01.04.1972
Neuer Kommodore Oberst Joachim Liedtke

01.06.1975
Neuer Kommodore Oberst Bruno von Mengden

05./06.05.1979
20. Geschwadergeburtstag

01.10.1980
Neuer Kommodore Oberst Hermann Hammerstein

1980
Zum Gedenken an Hauptmann Axel Ruge schlossen das Gschwader und der Landkreis Rottal/Inn eine Partnerschaft

März 1982
Verleihung des Prinz-Heinrich-Preis als Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Jahr 1981

26.11.1982
Das Jagdgeschwader 54 "Grünherz" findet eine neue Heimat. Als äußeres Zeichen der Traditionsübernahme wird dem Staffelkapitän der 1. Fliegenden Staffel das Grünherz übergeben.

Anfang 1983
Die "Zentrale Ausbildungseinheit F-104 G" (ZAE) nimmt den Flugbetrieb auf

01.10.1983
Neuer Kommodore Oberst Jürgen Höche

Anfang 1984
Übergabe des Prinz Heinrich Preis für das Jahr 1983

05.05.1984
Das Geschwader wird 25 Jahre und der Fliegerhorst 50 Jahre alt. Flugtag auf dem Memmingerberg

04.10.1985
Neuer Kommodore Oberst Jürgen Stehli

März 1986
Anlässlich einer Mob-Alarmübung werden mehr als 1.000 Reservisten kurzfristig einberufen.

1987
Umrüstung auf das Waffensystem "Tornado"

März 1987.
Wegen notwendiger Bauarbeiten für die Umrüstung auf "Tornado" Verlegung nach Manching

21.08.1987
Mit Ausnahme der Jubiläumsmaschine GAF 22+55 wurde der letzte "Starfighter" an das Luftwaffenversorgungsregiment 1 übergeben

23.10.1987
Feier anlässlich des Ausflugs des letzten Starfighter und des Einfluges des ersten "Tornado". 242.785 Flugstunden auf dem Waffensystem F-104 G

25.11.1987
Großer Zapfenstreich zu Ehren der Bürger der Stadt Memmingen und des Landkreises Unterallgäu

21.12.1988
Verleihung des Fahnenbandes des Freistaates Bayern durch Dr. Thomas Goppel

12.04.1990
Neuer Kommodore Oberst Horst Lemke

21.12.1990
Übergabe der "Ehrenurkunde des CICENT" für das erfolgreiche Ergebnis bei der taktischen Überprüfung als bestes Geschwader 1988 in Mitteleuropa

18.03.1992
Neuer Kommodore Oberstleutnant Andris Freutel. Übergabe des Prinz-Heinrich-Preis für das Jahr 1991

08.05.1992
Verleihung des Geschwaderbeinamens "Allgäu"

Mai 1992
Eröffnung der "Wehrgeschichtlichen Lehrsammlung Fliegerhorst Memmingerberg"

08.03.1993
Verleihung des Flugsicherheitspokales in Silber

20.08.1993
Die letzte DO 28 "Bauernadler" verlässt das Geschwader

24.08.1994
Neuer Kommodore Oberstleutnant Karlheinz Viereck

25.08.1995
Zusammenstoß zweier "Tornados" in etwa 3.500 Meter Höhe in der Nähe von Babenhausen. Die Besatzungen können sich mit dem Schleudersitz retten

11.11.1995
Patenschaft zwischen dem Luftwaffenmusikkorps I München-Neubiberg und dem Reservistenmusikzug des Geschwaders

29.02.1996
Offizielle Verabschiedung der 605 MUNSS auf dem Marktplatz Memmingen

01.10.1996
Neuer Kommodore Oberstleutnant Heinrich Schneider

21.05.1998
Trauerfeier anlässlich des Todes von Altkommodore Generalleutnant a.D. Greve

01.07.1999
Neuer Kommodore Oberstleutnant Uwe Ahrens

31.12.2002
Das Geschwader stellt seinen Einsatzflugbetrieb ein

30.06.2003
Das JaboG 34 "Allgäu" wird aufgelöst. Bis zur Auflösung wird das Geschwader durch Oberst Norbert Geissendörfer geführt.

2004
Auflösung des Fliegerhorstes Memmingerberg

Reisemonate des JaboG 34
Im Juni 1958 wurde der Vorbefehl zur Aufstellung des JaboG 34 in Nörvenich erlassen und im September 1958 trafen die ersten Soldaten für in Nörvenich ein. Dort wurden sie erst provisorisch in Unterkünften des JaboG 31 untergebracht. Die Schäden des letzten Krieges waren dort noch nicht behoben.

Die ersten Dienstgeschäfte des neuen Geschwaders übernahm Oberleutnant Brüning, der dort am 1.10.1958 als Büro- und Betreuungsoffizier eintraf. Ebenfalls im Oktober 1958 wurden die Aufstellungspläne geändert.

Das JaboG 34 erhielt als Endstandort den Fliegerhorst Memmingerberg. Zu diesem Zweck wurde im Dezember 1958 die 2. Staffel und der Stab des JaboG 34 nach Faßberg verlegt. Die 2. Staffel des JaboG 35, mit deren Aufstellung in Faßberg bereits begonnen worden war, wurde in 1. Staffel JaboG 34 umbenannt und zusammen mit dem Stab der 2. Staffel zum JaboG 34 vereint.

Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommodore/JaboG 34 wurde Major Greve beauftragt. Im Dezember 1958 machte die Aufstellung des Geschwaders große Fortschritte. Bereits kurz nach der Verlegung nach Faßberg wurde eine Kfz-Abteilung aufgestellt, die dem S4 des Stabes (Sachgebiet Logistik) unterstand.

Erste Priorität hatte die baldige Überführung der F-84 an den Standort. Während am Aufstellungsstichtag, dem 29.11.1958 gerade 31 Maschinen vorhanden waren, vergrößerte sich die Anzahl bis zum 31.12. auf ganze 46 Flugzeuge.

Der 16. Dezember 1958 war der lang angekündigte Tag X der Indienststellung des JaboG 34. Damit stellte der Inspekteur der Luftwaffe das vierte Jagdbombergeschwader feierlich in Dienst.

1959
Im Jahr 1959 mangelte es immer noch ganz erheblich an technisch ausgebildetem Personal. Durch die Soldaten der 3. Staffel/ Waffenschule 50, die dem JaboG 34 vorläufig unterstellt wurden, ist diesem Mangel begegnet worden. Auch der Ausrüstungsstand des Geschwaders zeigte große Lücken. Allerdings wurde das geforderte Soll von 50 Maschinen schnell erreicht. Um den Luftfahrzeugklarstand etwas höher zu halten wäre eine voll funktionierende Instandsetzungsstaffel besonders wichtig gewesen. Erschwerend kam hinzu, dass wesentliches technisches Gerät nicht vorhanden war. Über fehlende Gewehre und Munition wollte gar niemand sprechen. Eine wesentliche Verbesserung in der Wartung der Flugzeuge brachte das Zweischichtsystem für die Arbeiten bei der Übernahmeinspektion der Maschinen, so dass im Dock durchgehend von 04.30 bis 21.00 Uhr gearbeitet wurde. Dadurch verbesserte sich der Klarstand an Flugzeugen erheblich.

Der Übungsalarm am 6. März 1959 zeigte, dass noch viel zu tun war. Unter den Angehörigen des Geschwaders befanden sich noch viele Kriegsgediente Soldaten. Um so verwunderlicher war es, dass bei dieser Übung Mängel im kriegsmäßigen Verhalten auftraten. Ob dies Mängel wirklich nur auf teilweise fehlende Ausrüstungsgegenstände zurückzuführen waren?

Verlegung nach Memmingerberg
Im April 1959 begann die endgültige Verlegung nach Memmingen. Am 1. April wurde mit der Überführung der Flugzeuge begonnen, am 6. April standen alle Maschinen in Memmingen.

Am 8. April 1959 meldete das JaboG 34 den übergeordneten Dienststellen, dass es den Dienstbetrieb in Faßberg eingestellt hat und am 13. April in Memmingen wiederaufnehmen werde.

Ebenfalls am 8. April fand um 07.30 Uhr das letzte Briefing in Faßberg statt. In den folgenden Tagen wurden das bereits verpackte Material des Geschwaders auf Bahnwaggons verladen und nach Memmingen transportiert. Dort fand am Samstag, dem 11. April 1959 um 07.30 Uhr das erste Briefing statt. Ab Montag den 13.04.1959 wurde mit dem Flugbetrieb in Memmingen begonnen.

Die Aufbaujahre in Memmingen
Am neuen Standort eingetroffen bestand die vordringlichste Aufgabe darin, wieder einen geordneten Dienstbetrieb sicherzustellen. Deshalb bezogen sämtliche Einheiten und Dienststellen des JaboG 34 noch am Samstag den 11. April ihre Gebäude und begannen damit, ihre Büros und Diensträume einzurichten.

Sehr schwierig gestaltete sich die Unterbringung der Flugzeuge des Geschwaders. Da die Flugzeuge nicht alle in den zur Verfügung stehenden Hallen untergebracht werden konnten, musste ein Teil auf dem Hallenvorfeld abgestellt werden.

Trotz aller auftauchender Probleme wurden ab dem 13. April 1959 in der näheren Umgebung des neuen Standorts die ersten Orientierungsflüge durchgeführt. Mit Beginn des Düsenflugbetriebes meldeten sich in der lokalen Presse auch die ersten Gegner des Geschwaderflugbetriebes zu Wort.

Wegen fehlender Arbeitsstätten und Ersatzteile war die Wartung und Instandsetzung der Flugzeuge des Geschwaders zunächst so gut wie unmöglich. Obwohl die Technische Gruppe sofort begann, ihre Werkstätten einzurichten, sank der Flugzeugklarbestand bis zum 26. April auf 18 bis 20 Maschinen ab. Ein weiteres Anhalten dieser Tendenz musste befürchtet werden.

Selbst bei den für den Einsatz flugklaren Flugzeugen wurden Funktionsstörungen festgestellt. Einige Piloten hatten bemerkt, dass bei ihren Luftfahrzeugen das hydraulisch betätigte Höhenruder nicht einwandfrei funktionierte.

Der Bedarf an gut ausgebildeten Technikern war auch in der Folgezeit sehr groß. Das Geschwader war selbst nicht in der Lage so schnell darauf zu reagieren und geeignetes Personal auszubilden. Deshalb wurden mit dem 3. Mai 1959 zwanzig Flugzeugmechaniker und ein Flugzeugmechanikermeister zukommandiert, um die im Verband aufgetretenen Engpässe zu entschärfen.

Neben der Wiederaufnahme des Einsatzflugbetriebes stand während der ersten Wochen auf dem Memmingerberg die Neuorganisation des jungen Geschwaders an.

Zur Sicherung der Flugplatzeinrichtungen wurden Sperrzonen eingerichtet, die nur mit den entsprechenden Sonderausweisen betreten werden durften.

Auch das Leben in der Kaserne musste am neuen Standort geregelt werden. Laut Geschwaderbefehl vom 16. April 1959 wurde die Dienstzeit wie folgt festgelegt:
Montag bis Freitag 7.15 bis 17.00 Uhr
Samstag 7.15 bis 12.00 Uhr
Verlängertes Wochenende erhält die Hälfte des Personals jeder Einheit. Dauer des verlängerten Wochenendes: Freitag 14.00 Uhr bis Montag 9.00 Uhr

Die Indienststellung des Geschwaders in Memmingen am 5. Mai 1959
Ein Blick auf den Personalstand zeigt, dass das Geschwader am Tag der Indienststellung in Memmingen 370 Mann stark war, hiervon waren 29 Flugzeugführer.

Um einen reibungslosen Ablauf der Feierlichkeiten sicherzustellen, bedurfte es intensiver Vorbereitungen. Am 3. April erhielt das Geschwader ein Schreiben des Stabschefs der Luftwaffengruppe Süd, in dem die grundsätzlichen Richtlinien für den 5. Mai festgelegt wurden:

Am 5.05. fand um 11.00 Uhr in Anwesenheit des Bundesministers der Verteidigung, Herrn Dr. Franz Josef Strauß und des Inspekteurs der Luftwaffe, Herrn Generalleutnant Kammhuber, im Rahmen einer Feierstunde auf dem Fliegerhorst Memmingerberg die Indienststellung des JaboG 34 statt.

Die Liste der Ehrengäste zu diesem Anlass war länger als gedacht. Der Bundesverteidigungsminister, führende Vertreter der Bundeswehr und der Verbündeten, Politiker und Repräsentanten aus Verwaltung und Kirchen wurden geladen, um der Indienststellung des JaboG 34 auf dem Memmingerberg beizuwohnen.

Natürlich sollten die Feierlichkeiten nicht nur einer Handvoll ausgesuchter Ehrengäste vorbehalten sein, sondern die gesamte Bevölkerung wurde aufgefordert, den Fliegerhorst und die dort stationierten Flugzeuge selbst in Augenschein zu nehmen. So hatten sich rund 4000 Zuschauer auf dem Fliegerhorst eingefunden, um bei schönstem Maiwetter dieser Zeremonie beizuwohnen. Neben den gesamten Gästen des Geschwaders hatten sich auch eine ganze Reihe von Pressevertretern aus dem In- und Ausland angesagt. Somit war sichergestellt, dass auch die breite Öffentlichkeit im In- und Ausland erfahren konnte, dass die Luftwaffe von nun an auf dem Memmingerberg über ein Geschwader verfügte.

Nachdem der Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Strauß erläutert hatte, wie schwer es ihm gefallen war, trotz entgegenlautender Versprechen, auf dem Fliegerhorst Memmingerberg Düsenbomber zu stationieren, ging er auf die Notwendigkeit ein, vor allem "in diesen schweren Wochen" (Berliner Krise) die Verteidigungskraft des westlichen Bündnisses zu stärken. "(...) bekennen wir uns entschlossen zur Pflichterfüllung Schulter an Schulter mit 14 befreundeten Nationen. In diesem Geist stelle ich das Bombergeschwader in den Dienst."

Während der Rede des Verteidigungsministers flog ein Verband von 16 F-84F des JaboG 32 im Tiefflug eine Ehrenrunde über den Flugplatz.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Herr Generalleutnant Kammhuber, äußerte in seiner Rede den Wunsch, dass der Memmingerberg für das Geschwader eine neue Heimat werden soll. "Schaffen Sie mit der Bevölkerung und allen amtlichen und privaten Stellen ein enges Verhältnis, dass die Truppe gern gesehen wird und sich beheimatet fühlt." Außerdem forderte er alle angehörigen des Geschwaders auf, das Bestmögliche zu tun, damit das Geschwader bis zum Ende des Jahres in die taktische Führung der NATO aufgenommen werden könne.

Nach dem offiziellen Teil hatten die Besucher die Möglichkeit, die 54 in Paradeaufstellung aufgereihten Düsenflugzeuge vom Typ F-84F zu besichtigen. Die Besucher und Gäste des Geschwaders zeigten sich so interessiert, dass die Soldaten, die zur Betreuung abgestellt waren, Mühe hatten, alle Fragen zu beantworten.

Im Anschluss an die feierliche Indienststellung des Geschwaders gab Bundesverteidigungsminister Strauß eine Pressekonferenz, in der vor allem die Kontroversen zur Sprache kamen, die die Feierlichkeiten überschattet hatten. Weder der Bürgermeister noch die Stadträte der Stadt Memmingen waren der Einladung zu den Feierlichkeiten des Fliegerhorstes gefolgt. Diese Verstimmung beruhte auf einem nicht beantworteten Schreiben der Stadt Memmingen an den Bundesminister der Verteidigung, in dem in Anbetracht der zu erwartenden Lärmbelästigung durch den Fliegerhorst gegen die Stationierung in Memmingerberg protestiert wurde. Das Fernbleiben der Vertreter der Stadt Memmingen - dies wurde ausdrücklich betont - war nicht aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland erfolgt.

Über 4 Stunden dauerte die Zeremonie der Indienststellung und der Besichtigung. Erst gegen Abend verließen die letzten Besucher den Fliegerhorst.

In der Pressemeldung der Memminger Zeitung vom folgenden Tage, dem 6.5.1959 war diesem Ereignis ein ganzer Teil gewidmet.

Der Beginn des täglichen Flugbetriebes auf dem Memmingerberg
Kaum richtig in Memmingerberg angekommen, war ein Teil des Geschwaders schon wieder gezwungen, auf Wanderschaft zu gehen. Wegen der notwendigen Bauarbeiten musste die Startbahn einen ganzen Monat lang gesperrt werden. Um die Ausbildung der Piloten nicht unnötig zu unterbrechen, wurde am 1. Juni die 1. Staffel nach Lechfeld verlegt, damit weiterhin intensiv geübt werden konnte.

Am 12. Juni wurde beim Geschwader der erste UAL durchgeführt. In einer Ansprache begrüßte der Kommodore die Teilnehmer dieses Lehrganges, die aus allen Einheiten des Fliegerhorstes stammten.

Für den 31. August war eine Übung unter dem Decknamen "Ulmer Spatz" angesetzt, jedoch endete schon der erste Flug mit einem tödlichen Absturz von OLt Czechowski nordwestlich von Amendingen.

Ab August wurden die Luftfahrzeuge des Geschwaders mit neuen Triebwerken ausgerüstet. Beim täglichen Flugbetrieb traten im Laufe dieser Umrüstung ganz erhebliche Mängel an den neu ausgelieferten Triebwerken auf. Daraufhin befahl der Kommodore, Oberstleutnant Greve, ende Dezember zwischenzeitlich den Stopp der Umrüstung, um die Sicherheit der Piloten nicht zu gefährden. Außerdem kam hinzu, dass die Wartung der neuen Flugzeuge angesichts fehlender Ersatzteile kaum möglich war. Dies zeigte sich drastisch in den Zahlen des LFZ-Klarstandes, der teilweise auf bis zu 50 % absank.

Auch sonst gestaltete sich der Nachschub sehr schwierig. Die erforderliche technische Ausrüstung war im gesamten Geschwader und in fast allen Teilbereichen unzureichend. Im besonderen traf dies für die ABC-Schutzausrüstung zu. Sowohl Filter als auch ABC-Taschen fehlten komplett. Nur jeder zweite Soldat konnte zu dieser Zeit mit einer Handfeuerwaffe ausgerüstet werden. Weitaus besser sah es mit Munition und Kraftfahrzeugen aus.

Bei den Unterkünften tat sich in dieser Zeit sehr viel. Der ganze Fliegerhorst glich in dieser Zeit einer großen Baustelle, so dass man bis zum Jahresende auf eine ausreichende zahl von Unterkünften zurückgreifen konnte.

Weltweites Aufsehen erregte das Geschwader am 22.10.1959 durch den Irrflug zweier F-84F in die damalige CSSR und das nachfolgende Tauziehen um deren Freilassung.


1960
Die Engpässe, die im vorigen Jahr beim Nachschub aufgetreten waren, wurden in diesem Jahr weitgehend behoben.

In der ersten Märzwoche wurde das Geschwader neu gegliedert, um die Einsatzbereitschaft und Sicherheit der fliegenden Truppe zu erhöhen.

Am 8. Mai wurden erstmals zu einem Flugtag die Tore des Fliegerhorstes für die umliegende Bevölkerung geöffnet. Ein Programm, das tollkühne Flugakrobatik versprach, lockte mehr las 50.000 Zuschauer auf das Flugplatzgelände. Fliegerische Kunststücke und waghalsige Fallschirmabsprünge sorgten dafür, dass wohl keiner von ihnen enttäuscht nach Hause ging.

Im Sommer dieses Jahres verlegte das Geschwader erstmals in seiner Geschichte nach Bandirma in die Türkei. Dort mussten sich die nun vollständig ausgerüsteten Geschwaderangehörigen auch unter extremen klimatischen Bedingungen bewähren. Allerdings lies dort auch die Infrastruktur mehr als zu wünschen übrig. Auf dem Schießplatz wurden jedoch ausgezeichnete Ergebnisse sowohl mit der Kanone als auch beim gezielten Bombenabwurf erreicht. Diese Ergebnisse führten dazu, dass diese Verlegung, die ursprünglich 2 Monate dauern sollte, 14 Tage früher als geplant beendet werden konnte.

Ebenfalls in diesem Jahr feierte das Geschwader das erste große Flugstundenjubiläum, die 10.000ste Flugstunde mit einer F-84F.
In der Folgezeit veränderte der Fliegerhorst merklich sein Gesicht, anstelle von vielen Provisorien rückten jetzt Neubauten. Die Anfangsschwierigkeiten bei der Ausübung des Dienstes wurden weiter behoben. Die Entwicklung ging weiter und hat den Flugplatz auf dem Memmingerberg zu dem gemacht, was er dann bis zu seiner Schließung sein sollte.


(c) jabog34.de, 17.11.2003