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Wenn hier jetzt im Plauderstil über unseren Drang ins Freie berichtet wird, heißt das nicht, daß es draußen immer so angenehm wäre. Als wir eine Biwak machten, schnie es etwa und es war einfach elendig kalt. Dann muß man sich vorstellen, welche moralische Wirkung es hat, wenn man einen Vorgesetzten hat, der im Rhythmus der klappernden Zähne den lieben langen Abend Frühling zitiert. Am nächsten Abend wurden wir dafür entschädigt: In einem Nachtorientierungsmarsch sollten wir den Weg zurück zur Kaserne finden. Vielleicht erinnert sich noch der Eine oder Andere daran: Februar 1996 war die Zeit, als Hale-Bob über unseren Köpfen stand. Die Nacht war klar, und der Blick auf den Kometen atemberaubend. Naja, irgendwann mußte ein Unteroffizier mahnend darauf hinweisen, daß es sich um eine militärische, nicht um eine astronomische Übung handele und die Sterne besser zur Orientierung als zum Bewundern genutzt werden sollten... Inzwischen soll sich das wieder gebessert haben, wir werden Gelegenheit haben, das schon bald selbst festzustellen;-) Jedenfalls haben wir dennoch die Tätigkeit genossen. Höhepunkt der drei Wochen war natürlich wieder ein Biwak. Irgendwie ist es eine etwas schizophrene Situation, wenn man zugleich Zugtrupp und Feinddarstellung ist, aber wir haben diesen Widerspruch ohne bleibende psychische Schäden vereint. Was man zu allen Übungen sagen kann, ist, daß wir gut aufgenommen wurden und in die Abläufe voll integriert wurden. Natürlich genießt man als Resi gewisse Erleichterungen. Tatsächlich waren wir aber stets motiviert, davon so wenig Gebrauch wie möglich zu machen (höchstens beim Stubendurchgang...). Wie hätten wir das auch rechtfertigen sollen, wo wir doch freiwillig da waren...
(c) jabog34.de, 17.11.2003
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